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02.10 2013 - Landesrat Dr. Richard Theiner besucht Martinsbrunn


Kürzlich hat Landesrat Dr. Richard Theiner der Privatklinik und den Barmherzigen Schwestern von Meran einen Besuch abgestattet und die einzelnen Stationen besucht.

In einer kurzen Besprechung konnte er sich über den Stand der Umstrukturierung und über den geplanten Umbau ein Bild machen.

In seinen Ausführungen bekräftigte er, dass die Landesregierung , er selbst und auch Landeshauptmann Dr. Luis Durnwalder sich intensiv für Martinsbrunn einsetzen. Das von der Führung und den Schwestern ausgearbeitete Gesamtkonzept sei durchdacht und richtungsweisend. Es trage in erster Linie den geänderten Bedürfnissen unserer Gesellschaft Rechnung.

Meran bekomme ein modernes Senioren- & Pflegezentrum in bester Lage. Das geplante klinische Angebot, bestehend aus Privatangeboten und konventionierten Leistungen, sei generell ein Modell für die Zukunft. Als beispielhaft bezeichnete er auch die palliative Arbeit und betonte, dass Martinsbrunn das Kompetenzzentrum für Palliative Versorgung sei und als solches durch seine erworbene Kompetenz weit in die Peripherie wirken könne. Der eingeschlagene Weg der Vernetzung sei weiter zu gehen und die vorgesehenen palliativen Hospizbetten seien ganz in seinem Sinne.

Er bedankte sich bei den Schwestern für ihren Einsatz. Es sei „allein schon eine moralische Verpflichtung des Landes und der Gemeinde Meran, den Barmherzigen Schwestern von Meran, welche über 70 Jahre mit unentgeltlichem Einsatz Beispielhaftes und Unbezahlbares für die Versorgung der Kranken und Notleidenden aus Meran und aus dem ganzen Land geleistet hatten, in unserer Zeit beizustehen. „ Die Politik sei gefordert, gemeinsam mit der Führung von Martinsbrunn dafür Sorge zu tragen, dass Martinsbrunn auch im Zukunft im Geiste der Nächstenliebe und Umsorge für Alte und Kranke, als soziale Einrichtung weitergeführt werde.

Für die nächsten Jahre wünschte er den Schwestern, der Leitung und allen Mitarbeitern viel Erfolg und betonte noch einmal, dass er ihre Arbeit sehr schätze und dass er das „Projekt Martinsbrunn“ weiterhin voll unterstützen werde.

 

Wir haben mit Landesrat Dr. Richard Theiner ein Interview geführt

 

• S.g. Herr Landesrat, der Umbau und die Neuausrichtung der Privatklinik Martinsbrunn ist zweifelsohne ein Meilenstein in der Sozial- & und Gesundheitspolitik des Landes. Was erwarten Sie sich von dieser Neuausrichtung?

Das stimmt. Die Führung von Martinsbrunn, das Ressorts für Familie, Gesundheit und Soziales, das Bautenressort und die Gemeinde Meran führen seit geraumer Zeit Gespräche betreffend die Neuausrichtung und den Umbau von Martinsbrunn. In Zukunft soll demnach der Schwerpunkt von Martinsbrunn stärker auf die Seniorenbetreuung liegen. Die Leistungen im Gesundheitsbereich bleiben natürlich auch aufrecht, vor allem die Palliativbetreuung und die ambulanten Leistungen.

• Martinsbrunn trägt entscheidend zum generellen Bettenabbau auf Landesebene bei? War das das primäre Ziel dieses Projektes???

Es stimmt, dass Martinsbrunn zum gesetzlich vorgesehenen Bettenabbau im Lande beiträgt. Das war aber sicherlich nicht das primäre Ziel dieses Projektes.

• Das neu zu errichtende Reha- und Ärztezentrum Martinsbrunn wird vor allem ambulante Dienste anbieten? Ist dies im Sinne des sanitären Gesamtkonzeptes der Zukunft?

Eine der zukünftigen strategischen Säulen des mir vorgelegten Konzepts von Martinsbrunn ist ein Vorsorge- & Ärztezentrum. Angedacht ist es, gemäß den Fachleuten in Martinsbrunn – neben den anderen 3 strategischen Säulen (Senioren- & Pflegeheim, Palliativzentrum, Rehazentrum) der Bevölkerung auch ein Ärztezentrum anzubieten. Damit würde sowohl für die Bevölkerung als auch für die zukünftigen Bewohner des Senioren- und Pflegeheimes eine umfassende ärztliche Betreuung entstehen.

• Auch das Palliativzentrum Martinsbrunn soll sich in Zukunft weiter entwickeln. Neben den Palliativbetten sind auch Hospizbetten angedacht? Wollen sie damit dem Gedanken, alle Menschen am Ende des Lebens besser begleiten zu können, mehr Gewicht geben?

Ja, das stimmt. Es soll gemeinsam mit Martinsbrunn und dem Südtiroler Sanitätsbetrieb ein entsprechendes Vorhaben für die nächsten Jahre, ab 2015 vorangetrieben werden. Viele Menschen sterben einsam. Was zählt, ist Jugendlichkeit, Fitness und Gesundheit. Wir alle müssen Verantwortung dafür übernehmen, dass Menschen auch im Sterben das Gefühl haben, ihre Bedeutung für andere nicht verloren zu haben. Wie gelingt uns dies in einer Gesellschaft, die immer älter wird und die gleichzeitig immer mehr von Ökonomie, Einzelinteressen und Wettbewerb geprägt ist?

Aufgrund der Demografie wird die Hospiz- und Palliativversorgung weiter an Bedeutung gewinnen. Gleichzeitig zeichnen sich ein Mangel an Fachpersonal und ein Anstieg der Gesundheitskosten ab. Diese Prognosen machen die Notwendigkeit deutlich, zeitnah zu reagieren. Aus diesem Grunde möchte ich eine „Strategie Hospiz- und Palliativversorgung“ auf Landesebene umsetzen, auch mit einer klaren Einbindung von Martinsbrunn. Dazu sind Ziele für die Handlungsfelder «Versorgung», «Finanzierung», «Öffentlichkeitsarbeit», «Aus-, Weiter- und Fortbildung», «Forschung» sowie «Umsetzung der Strategie» festzulegen.

Damit wir "bis zuletzt" zusammenleben können, sind noch viele Weichen zu stellen. Was uns dabei anspornen sollte, ist die Gewissheit, dass wir alle sterblich sind und die getroffenen Weichenstellungen uns allen zugute kommen werden.

• Durch die Erweiterung der Angebote der Privatklinik Martinsbrunn konnten Betten abgebaut werden, Meran erhält über Jahre eine wunderbare Einrichtung für seine älteren Menschen, die palliative Betreuung und die medizinische Nahversorgung werden ausgebaut. Da haben sie ein rundum stimmiges Konzept mit entwickelt, das mehrere Bedürfnisse zufriedenstellen kann? Ein gut vorbereiteter Schritt ihrer Politik?

Grundsätzlich erinnere ich daran, dass ich es unterstütze, dass dieses Vorhaben, das ca. 100 Jahre alte Gebäude, welches sich in einem nicht besonders guten Zustand befindet und dringend saniert werden muss, mit der besser Ausnutzung der bestehenden Kubatur sowie der Anpassung des Baus an die heutigen Standards vorangetrieben wird.

In den letzten Monaten hat sich zudem die Situation ergeben, dass sich in Meran die Situation der vorhandenen Plätze für Langzeitkranke zugespitzt hat, was unterstreicht wie wichtig die Aufstockung der Pflegebetten für Meran ist.

 

 

 

 



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